Scheffau am Tennengebirge

St. Ulrichskirche

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Geschichte

Umgeben von der malerischen Berglandschaft des unteren Lammertales erhebt sich die spätgotische Filialkirche zum heiligen Ulrich. Die waldreiche Gegend gelangte im Jahr 1130 durch Schenkung des Erzbischofs Konrad I. an das Salzburger Domkapitel.

Das Alter der Kirche lässt sich, aufgrund fehlender Informationen, nur über das Patrozinium des hl. Ulrich erahnen. Die Verehrung des Bischof von Augsburg ist frühestens im 13. Jahrhundert zu belegen. Der hl. Ulrich galt auch als Pferdepatron und so kamen anfänglich viele Bauern mit ihren Rössern am 4.Juli zur Pferdesegnung.

Der bestehende Kirchenbau geht im Wesentlichen auf das späte 15. Jahrhundert zurück. Das Gewölbe unter der Westempore trägt die Jahreszahl 1473, der etwas jüngere Chor wurde im Jahr 1500 durch Erzbischof von Keutschach geweiht.

Die Kirche ist ein massiger Bau aus unverputzten Nagelfluhquadern mit steilem Satteldach über gleich hohem Langhaus und Chor. Der vorgebaute ungegliederte Westturm hatte urspr. einen gotischen Spitzhelm. Die heutige „welsche Haube“ stammt aus dem Jahr 1793.

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Einrichtung

Der architektonische Reichtum entfaltet sich erst im Kirchinneren. Das einschiffige, dreijochige Langhaus hat ein Netzrippengewölbe in Form eines vierteiligen Rautensterns auf Wandpfeilern mit vorgelegten Runddiensten. In diesen die Gewölberippen, welche großteils aus rotem Adneter Mamor bestehen, einschneiden. Die südlichen Chor- und Langhausfenster hatten ursprünglich Glasfenster mit Heiligendarstellungen aus der Zeit um 1499. Bei der Renovierung des Jahres 1886 wurden alle bemalten Fenster vereinigt.

Der am Hochaltar dargestellte Kirchenpatron Ulrich, gilt als Werk des spätgotischen Schnitzers Lienhard Astl.

Die aufgestellte hölzerne Pietà (um 1550) ziert seit 1963 eine moderne Wandkonsole über dem Altar. Das darüber hängende Kruzifix wird in die 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts datiert.
Weites beheimatet die Kirche einen gotischen Opferstock, sowie ein rotmarmornes Weihwasserbecken neben dem Westportal, beide aus dem 15. Jahrhundert.

Der aus dem Jahre 1628 stammende Hochaltar ist ein Werk des Salzburger Hofbildhauers Hans Waldburger, einem der bedeutendsten Meister des Frühbarock in unserer Gegend.

Die 14 Kreuzwegbilder aus dem 18. Jh. sind eine Dauerleihgabe aus St. Margarethen im Lungau. Von beachtlichem volkskundlichen Wert ist die auf der Orgelempore aufbewahrte Sammlung von Hinterglasbildern aus dem 18. bis 20. Jh.

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Kirchenorgel

Ein bei der Scheffauer Bevölkerung hoch angesehenes Ehepaar, mit einem großen Herzen für die Kirche von Scheffau, hat sich im Sommer 2007 bereiterklärt, die Kosten für die Anschaffung einer Orgel zu übernehmen. Umgehend wurde mit der Planung einer Orgel für dieses schöne Gotteshaus begonnen.
2010 wurde auf der Empore eine neue Kirchenorgel mit 15 Registern aus der niederösterreichischen Meisterwerkstätte Kögler installiert. Die Ornamentik (Schnitzarbeiten) fertigte einschließlich Vergoldung der Adneter Bildhauer Peter Schörghofer an.
Am Sonntag, 11. Juli 2010 fand die, von Erzbischof Dr. Alois Kothgasser durchgeführte, Orgeleinweihung in der Kirche „Zum Hl. Ulrich“ statt. Am Ende des Festgottesdienstes erhielt das Stifterehepaar den Orden der Hl. Virgil und Rupert als Dank und Anerkennung für besondere Verdienste um die Belange der Kirche von Scheffau.

 

Download Gottesdienstordnung:

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